Fachkräftemangel in der Hotelbranche

Das Hotel- und Gastgewerbe gehört nach wie vor zu den Wirtschaftszweigen mit den meisten Ausbildungsverhältnissen. Dennoch sind die Ausbildungszahlen rückläufig. Das liegt weniger am mangelnden Angebot, sondern an der fehlenden Nachfrage. Wenn der Trend anhält, droht der Branche ein existenzieller Fachkräftemangel. Denn die Auszubildenden von heute sind die Fach- und Führungskräfte von morgen.

Dramatischer Ausbildungsrückgang

Die Zahlen zeichnen ein deutliches Bild. Gab es 2007 noch gut 107.000 Ausbildungsverhältnisse und mehr als 46.000 neue Auszubildende, waren es 2013 gerade noch 63.000 laufende Verträge und rund 27.500 neue. Das sind dramatische Rückgänge. Zur Deckung des Bedarfs an qualifiziertem Nachwuchs reichen diese Ausbildungszahlen jedenfalls nicht. Viele Betriebe improvisieren und behelfen sich mit ungelernten Kräften, bevorzugt aus Osteuropa. Damit mögen sich kurzfristig Lücken füllen lassen. Gerade, wenn es aber um qualifiziertere Tätigkeiten geht, die es in der Branche reichlich gibt, lassen sich Kräfte ohne entsprechende Ausbildung nicht einsetzen. Und Personal, das nur saisonweise zu Niedriglöhnen beschäftigt ist, wird kaum eine Bindung an den Betrieb und die nötige Motivation entwickeln, die für eine dauerhaft hohe Servicequalität wichtig ist.

Demographischer Wandel und schlechtes Image

Um der Ausbildungsmisere zu begegnen, müssen die Ursachen analysiert werden. Sehr schnell wird dabei auf den demographischen Wandel verwiesen. Dieser ist sicher ein nicht zu unterschätzender Faktor, dem sich allerdings andere Wirtschaftszweige ebenfalls gegenüber sehen. Der Geburtenrückgang wird sich auch in Zukunft bemerkbar machen. Es gibt aber auch einige branchenspezifische Gründe. Das Hotel- und Gastgewerbe als Arbeitgeber leidet vielfach unter einem schlechten Image. Niedrige Bezahlung, ungünstige Arbeitszeiten und -bedingungen sind nicht nur Vorurteile, es gibt einige Negativbeispiele. Manchmal steht in der Ausbildung mehr die billige Arbeitskraft, als die Qualifizierung im Vordergrund.

In Aus- und Weiterbildung investieren

Viel wird daher davon abhängen, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Der qualitativ hochwertigen Aus- und Weiterbildung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Es gibt bereits heute mit den existierenden sechs anerkannten Ausbildungswegen ein differenziertes Angebot. Es bedient unterschiedliche Neigungen und Fähigkeiten. Wichtig wird sein, über die Ausbildung hinaus konkrete Aufstiegs- und Weiterentwicklungsperspektiven zu bieten. Möglichkeiten zur Verbesserung gibt es viele. Zu einem attraktiven Rahmen kann zum Beispiel eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung an einer privaten Hotelfachschule wie der Steigenberger Akademie in Bad Reichenhall gehören.

Im Qualifizierungswettbewerb bestehen

Die Situation am Ausbildungsmarkt hat sich grundlegend geändert. Konnten sich Arbeitgeber früher die Bewerber aussuchen, gilt heute das Umgekehrte. Das Hotel- und Gastgewerbe steht dabei in einem zunehmend scharfen Wettbewerb mit anderen Branchen. Nur wer entsprechende Anreize schafft, wird dem Fachkräftemangel erfolgreich begegnen können.

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