3 Sterne Betriebe im Aufschwung

Wir beobachten schon seit zwei, drei Jahren, dass sich besonders die 3-Sterne Hotellerie in Punkto Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der höheren Kategorien  wesentlich verbessert hat.

Gestützt wird unsere Erfahrung aus der Praxis durch einen Beitrag von jemandem der es wissen muss: Franz Hartl, Chef der ÖHT.

In diesem Beitrag auf dem Blog der APA schildert er die Vorteile
der 3-Sterne Hotellerie auf Grund von nüchternen Bilanzanalysen.
Die Ursache für dieses Phänomen begründet Hartl mit der
verbesserten Auslastung auf durchschnittlich 133 VBT. Die
höheren Kategorien haben laut ihm im gleichen Zeitraum Auslastung
eingebüßt.

Warum die 3-Sterne-Betriebe plötzlich mehr Auslastung haben kann
man aber nicht in einer Bilanz erkennen.

Hier ganz oberflächlich betrachtet ein paar Gründe die aus meiner
Sicht zu diesem Trend beitragen:

  • Profiteure der Wirtschaftskrise
    Viele Gäste möchten nicht auf ihren Urlaub verzichten,
    wollen aber trotzdem sparen und suchen vermehrt nach
    günstigeren Unterkünften. Entweder im Appartement-
    oder im 3-Sterne-Bereich.
  • Generationswechsel oder zusperren
    Einige Betriebe im 3-Sterne-Bereich die ich persönlich
    kenne, haben in den letzten 3 Jahren das Ruder an die
    jüngere Generation übergeben. Da der finanzielle Druck
    in dieser Kategorie (auch belegt durch Herrn Hartl) im
    Vergleich mit 4 und 5 Sterne nicht so groß ist, haben sich
    hier auch mehr junge Unternehmer gefunden die den Betrieb
    weiterführen. Das bringt neuen Elan und firsche Ideen.
    Auf der anderen Seite gibt es genügend abgewirtschaftete
    Betriebe im 3-Sterne-Bereich die überhaupt zugesperrt
    oder direkt in Appartements umgebaut haben. D.h. hier
    hat auch eine Bereinigung statt gefunden die den verbliebenen
    Betrieben in dieser Kategorie mehr Luft zum atmen verschafft hat.
  • Holt euch den fünften Stern!
    Vor noch gut 10 Jahren waren sich alle Tourismusberater einig:
    Nieder mit der Kleinstrukturiertheit! Auf zur Größe!
    Daraufhin sind im Zuge von Modernisierungs-/Umbaumaßnahmen
    viele 3-Sterne-Hotels gleich auf den vierten Stern umgestiegen.
    Die Großen haben es ja vorgemacht. Auch das hat den Markt in
    diesem Bereich nach oben bereinigt.
    Dafür tummeln sich jetzt zu viele im 4-Sterne-Bereich.
    Und die Anforderungen der Gäste steigen!
  • Veränderte Konkurrenzsituation
    Denken Sie mal darüber nach: Wie viele 3-Sterne-Betriebe sind
    pro Region/Ort noch übrig? Wer hat in den letzten Jahren nicht
    auf 4 Sterne gewechselt? Wer ist noch übrig im 3-Sterne-Bereich
    und wie sind diese Häuser ausgestattet?
    Die normalen 3-Sterne-Betriebe teilen sich das Segment mittlerweile
    mit den 3s Betrieben. Wir sehen die Entwicklung dahingehend,
    dass ALLE 3-Sterne-Betriebe die vorwärts kommen wollen
    mittelfristig auf 3s gehen werden und nicht mehr auf 4 Sterne.
  • Preisbewusste Änderung des Buchungsverhaltens
    Kürzer, spontaner, preisbewusster und immer digitaler. So könnte
    man das Buchungsverhalten vieler neuer Gäste beschreiben.
    Der Vergleich machts möglich.
    Und seien wir ehrlich: Wie groß ist der Unterschied für den Gast
    zwischen einem 3s und einem 4 Stern-Hotel ohne Schwimmbad?
    Eben. Aber für den Hotelier macht der vierte Stern in der Kalkulation
    einen riesigen Unterschied, weshalb er eigentlich seine Zimmer nicht
    zum 2-Sterne-Preis verkaufen dürfte....
  • Professionalisierung im Marketing
    Die Zeit der 3-Sterne-Hobbyvermieter ist vorbei. Wer heute nicht
    mit seinen Gästen auf Augenhöhe kommuniziert ist tot. Das haben
    mittlerweile auch die kleinen Betreibe verstanden.
    Und hier kommt eine verrückte Besonderheit des Marketings in Spiel:
    Der benötigte Aufwand um ein 30-Betten-Haus auszulasten beträgt
    nicht einmal 50% dessen was ein 4-Sterne-Hotel aufwenden muss
    um ebenfalls 30 Betten zu füllen.
    Die Erklärung dafür liegt vermutlich in der richtigen Kombination
    aus den oben genannten Argumenten.

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